576. Dresdner Striezelmarkt 2010 Der 576. Dresdner Striezelmarkt wird vom 25. November bis zum 24. Dezember 2010 geöffnet sein. Die genauen Öffnungszeiten und Veranstaltungshöhepunkte werden noch bekannt gegeben. Der Dresdner Striezelmarkt wurde 1434 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und ist damit einer der ältesten Weihnachtsmärkte in Deutschland. Untrennbar mit dem Dresdner Markt verbunden ist der Dresdner Christstollen, auch Striezel genannt, denn der gab dem Markt seinen Namen. Schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden Dresdner Christstollen auf dem Striezelmarkt verkauft. |
Der Striezelmarkt hat seine eigentlichen Wurzeln in
einem von Kurfürst Friedrich II. und seinem Bruder Herzog Sigismund 1434 erteilten
Privileg, welches das Abhalten eines freien Marktes an einem Tag in jeder Woche
einschließlich eines Marktes am Tage vor dem »Heiligen
Christabend« auf dem heutigen Altmarkt gestattete.Dieses bezog sich zunächst auf einen freien Fleischmarkt. Nach den vorweihnachtlichen Fastentagen wählten hier die Bürger ihren Festbraten aus. Weil sich dieser Markt bewährte, wurde er beibehalten und auf andere Waren übertragen, besonders auf die Striezel. Der Name "Striezelmarkt" geht also auf jenes köstliche Backwerk zurück, das heute als »Dresdner Christstollen« weltbekannt ist. Der kleine, bescheidene Markt von einst gehört heute zu einem der ältesten und traditionsreichsten Weihnachtsmärkte Deutschlands und ist einer der beliebtesten obendrein. |
Trotz mancher Veränderungen bewahrte der Striezelmarkt doch sein unverwechselbares
Gesicht. Den Dresdnern und allen Besuchern der Stadt ist er heute ein ganz besonderer Ort, dessen
Tradition sich auf eine reiche Geschichte stützt.Jährlich kommen mehr als 250 Händler und Schausteller an, um ihre Waren an verschiedenen Plätzen der Stadt, vornehmlich auf dem Altmarkt, im Stallhof und dem Neustädter Markt zu Füßen des Goldenen Reiters - August des Starken, feilzubieten. Seinen Ruf als Weihnachtsmarkt, dessen Aushängeschild die traditionelle Volkskunst ist, bewahrte er sich über Jahrhunderte hinweg. So wird dem Besucher in erster Linie erzgebirgische Holzschnitzkunst wie Engel, Bergmänner, Räuchermänner, die Striezelkinder, Pyramiden und Schwibbögen sowie Holzspielzeug aus der traditionsreichen Fabrik in Seiffen in all seiner Vielfalt angeboten. Aber auch der Herrnhuter Weihnachtsstern erfreut sich großer Beliebtheit und natürlich die Glasbläserkunst aus der Lausitz. Im Mittelpunkt des Marktes aber steht der Originale Dresdner Christstollen. |
Aber nicht allein das macht den Dredner Striezelmarkt so liebenswert.Neben Weihnachtsmann und Adventskalender, der jeden Tag eine Überraschung bereit hält, der großen Lichtertanne im Zentrum des Marktes auf dem Altmarkt vor der Kreuzkirche bestimmt die große Weihnachtspyramide das Bild, die 1999 sogar als größte Pyramide ins Guinnes Buch der Rekorde aufgenommen wurde. Wer sich von den Düften und Genüssen verführen lassen möchte, findet dazu reichlich Möglichkeit. Kräppelchen, Lebkuchen aus der Pfefferkuchenstadt Pulsnitz, Glühwein, kandierte Früchte und gebrannte Mandeln sind sehr verlockend. Zwischen all den Leckereien wird der Besucher auch dem Pflaumentoffel, einem kleinen Glücksbringer aus Backpflaumen, entdecken. |
Der Dresdner Pflaumentoffel ist den kleinen, oft erst sieben Jahre alten Schlotfegerjungen
mit Umhang und Leiter nachgebildet, die mit ihren Kehrbesen in die Kamine kletterten, um diese
von innen zu reinigen.Als sich die Reinigung der Feueressen mit dem Ableinbesen durchgesetzt hatte und die Schornsteinfegerlehrlinge mindestens 18 Jahre alt sein mußten, veränderte sich auch der Pflaumentoffel. Er trug fortan nur noch eine Leiter, einen Zylinder und statt des Umhangs eine goldene Halskrause. So begrüßt er uns noch immer als eine der beiden Hauptfiguren am Eingangstor des Striezelmarktes. Die erste Notiz über das »Männchen aus Backpflaumen« gab es zu Weihnachten 1801.
Viele arme Familien bastelten oft aus bitterer Not zu Hause Pflaumentoffel, und die
Kinder, die sogenannten Striezelkinder, mussten diese dann zwischen den Buden, bei Wind und
Wetter, bei Dunkelheit, Nässe und Kälte verkaufen.Seit 1850 wurde dieser kindliche Verkaufshandel angeprangert, zunehmend eingeschränkt und schließlich 1910 endgültig untersagt. Die enge Verbindung zwischen dem Dresdner Striezelmarkt und der erzgebirgischen Volkskunst kommt in den »Striezelkindern« ganz deutlich zum Ausdruck.
Max Schanz, langjährige Direktor der Seiffener Fachschule für Holzspielzeug und Holzgestaltung
fertigte diese Anfang der 30er Jahre nach Motiven eines Holzschnittes von Ludwig Richter aus
dem Jahre 1853.Der Maler setzte zu dieser Zeit mit seinem Holzschnitt »Ausverkauf wegen Geschäftsauflösung« den Kindern, die »Feuerrüpel« verkauften, ein Denkmal und wurden so zu Symbolfiguren des Marktes. Die Striezelkinder von Max Schanz gelangten 1937 auf der Weltausstellung in Paris mit einer Goldmedaille zu Ehren. |